Ängste und Bedenken, Wege und Auswege
Vom Zugang zur und Umgang mit Psychotherapie
Psychotherapie ist heute leichter zugänglich und glücklicherweise weniger stigmatisiert als vor 20 Jahren. Vorurteile darüber, einen Psychologen aufzusuchen, sind zurückgegangen. Dennoch halten Scheu, Schamgefühl, Versagensängste sowie Unsicherheit darüber, wie wohl das Gespräch verlaufen wird, immer noch viele Menschen davon ab, einen Therapeuten aufzusuchen. „Wer zum Psychotherapeuten geht, der ist einfach zu schwach, um sich selbst zu helfen.“, wäre ein typisches Beispiel für verurteilende Sätze, die Menschen sich selbst oder anderen entgegenbringen.
Doch gerade wenn Ängste, depressive Merkmale, ungünstige Selbstwahrnehmung, dauerhafte Selbstüberforderung oder zwischenmenschliche Konflikte recht lange andauern, möglicherweise in „einer Art Wiederholung“ in anderer Umgebung erneut auftauchen, kann ein Gespräch oder eine zeitlich begrenze Therapie zu neuem neuen Verständnis für sich selbst und auf „das Problem“ verhelfen. Die Erkenntnisse daraus ermöglichen es, neue Sichtweisen hinzu zu gewinnen und anders zu handeln als bisher. Häufig gewinnen die Betroffenen dadurch neuen Mut und nachfolgend mehr Autonomie und Lebensqualität.
In meiner Arbeit mit vielen Patienten erlebe ich häufig auch deren Angst, Dinge preiszugeben, über die sie nicht (oder vorerst noch nicht) sprechen möchten. Hierfür gilt: das Therapiegespräch ist keine „Zwangs-Entblößung“, immer hat der Patient die Kontrolle über den Inhalt dessen, was er berichten möchte, und was eben auch nicht!
Im modernen Leben ist es normal geworden, sich Rat und Hilfe zu holen, beispielsweise in Steuerfragen, in Ernährungsthemen, bei der Planung und dem (Um-)Bau von Häusern.
Gerade in jenen Bereichen Deines psychischen Wohlbefindens, die eine so große Auswirkung auf die Lebensqualität haben,
solltest Du es Dir ebenso wert sein, mit einem Spezialisten zu sprechen.

Was ist Psychotherapie ?
Psychotherapie ist ein Sich-Einlassen, ein Sich-Selbst-näher-Kennenlernen, sich verstehen und bewusst handeln lernen, eben möglichst nicht unbewusst „nach Autopilot“ zu denken, zu fühlen und zu handeln.
Eine zeitlich umgrenzte Psychotherapie kann mit einer Überquerung der Alpen verglichen werden. Der Therapeut kennt den Weg und ist als verlässlicher Begleiter an der Seite. Der Patient geht selbst, Schritt für Schritt, in seinem Tempo über eine gewisse Zeit, es gibt schwierigere und gemäßigtere Wegabschnitte. Am Ende der Reise befindet sich der Patient oft in einer "Region mit mehr Sonne für das eigene Leben“.
Wege in die Psychotherapie
Für jeden Suchenden gibt es eine Möglichkeit des Zugangs:
Als gesetzlich Versicherter kann man ein ERSTGESPRÄCH in Anspruch nehmen, der Termin dafür wird meist telefonisch vereinbart und die Kosten immer von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Was viele nicht wissen: Sie können bei mehreren Therapeuten ein Erstgespräch vereinbaren und darüber denjenigen Therapeuten kennen lernen, der AM BESTEN ZU IHNEN PASST. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten mehrerer Erstgespräche bei verschiedenen Therapeuten (oft wird dies aus Zeit- und Kapazitätsgründen nicht genutzt, wäre aber sehr hilfreich für die Suche nach dem passenden Therapeuten).
Zum Erstgespräch benötigen Sie keine Überweisung eines Arztes. Die elektronische Gesundheitskarte der jeweiligen Krankenkasse genügt. Das Erstgespräch, wie auch alle weiteren Einheiten, dauern meist 50 Minuten, gelegentlich werden kürzere oder längere Einheiten vereinbart. Nach dem Erstgespräch können bis zu 5 Stunden zur Probe („Probatorik“) erfolgen, und stehen damit frei zur Verfügung, zum gegenseitigen Kennenlernen, zum Erörtern des Problems und zum finden des Zieles. Auch hier übernimmt die Kasse die Kosten dieser ersten Sitzungen.
Wünscht der Patient eine weiterführende, regelmäßig stattfindende Psychotherapie, wird ein entsprechender Antrag an die gesetzliche Krankenkasse gestellt. In den meisten Fällen erfolgt zeitnah eine Bewilligung durch die Krankenkasse. Über Zeiträume und Anzahl der Sitzungen stimmen Sie sich mit dem Therapeuten ab.
Sind Sie Privatpatient können Sie natürlich ebenfalls ein Erstgespräch in Anspruch nehmen, Sie sollten sich vorher bei Ihrer privaten Krankenversicherung über die Regelungen der Kostenübernahme informieren. Dort erhalten Sie auch genaue Informationen zu Ihrem Tarif. Möglicherweise tritt zusätzlich die Beihilfestelle mit in die Kostenübernahme ein.
Beim Ausfüllen geforderter Formulare ist der Therapeut Ihnen behilflich.
Die Berechnung meiner Leistungen erfolgt für Privatpatienten grundsätzlich nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP).
Es gibt immer wieder auch Patienten mit den Wunsch, als Selbstzahler eine Einzelstunde oder regelmäßige Sitzungen in Anspruch zu nehmen.
Die Möglichkeiten des Erstgespräches und weiterer Sitzungen gelten hier ebenso wie für die vorgenannten Patientengruppen.
Die Berechnung der Leistungen erfolgt auch hier grundsätzlich nach der Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP).
